Wenn der Partner immer häufiger spielt, Geld fehlt, Ausgaben verheimlicht werden oder Versprechen wie „Ich höre jetzt wirklich auf“ wiederholt nicht eingehalten werden, kann das auf ein ernstes Glücksspielproblem hindeuten. Einzelne Auffälligkeiten beweisen jedoch noch keine Spielsucht. Entscheidend ist das Gesamtbild – insbesondere dann, wenn das Spielen zunehmend Beziehungen, Finanzen, Arbeit oder den Alltag bestimmt.
Erfahrungsbericht & Buchtipp: „Mission Spielfrei“
Wie schwer ein zunehmender Kontrollverlust selbst für enge Angehörige erkennbar sein kann, schildert Michael Gruninger in seinem Buch „Mission Spielfrei – Spielsucht erkennen und richtig handeln“. Seine persönliche Geschichte macht besonders deutlich, wie Heimlichkeit, Geldbeschaffung und der Wunsch, frühere Verluste wieder auszugleichen, einen problematischen Kreislauf verstärken können.
Partnerhinweis: Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen. Ein Buch kann Information und persönliche Orientierung bieten, ersetzt aber keine professionelle Suchtberatung oder Behandlung.
Im ausführlichen Interview mit Michael Gruninger über „Mission Spielfrei“ bei BuchInsider beschreibt der Autor unter anderem, wie er sich Geld aus seinem familiären Umfeld lieh, Erklärungen dafür erfand und sein Verhalten lange nach außen verbergen konnte. Er berichtet außerdem davon, trotz vorheriger Verluste heimlich weitergemacht zu haben.
Für Partnerinnen und Partner ist die Situation oft besonders belastend: Sie möchten helfen, wissen aber möglicherweise nicht, wie sie das Problem ansprechen sollen, ob sie Geld zur Verfügung stellen dürfen oder wie sie ihre eigenen Finanzen schützen können. Dieser Ratgeber erklärt die wichtigsten Warnzeichen und zeigt, welche Hilfsmöglichkeiten es in Österreich gibt.
Hinweis: Mit „Spielsucht“ ist in diesem Beitrag die Glücksspielsucht beziehungsweise Glücksspielstörung gemeint. Eine Computerspiel- bzw. Gaming-Störung ist davon zu unterscheiden.
Woran kann ich Spielsucht beim Partner erkennen?
Glücksspielsucht entwickelt sich häufig schleichend. Das österreichische Gesundheitsportal beschreibt unter anderem zunehmende finanzielle Verluste, Verheimlichung des Spielverhaltens, Geldleihen und Konflikte in Familie oder Beruf. Die Fachstelle für Glücksspielsucht Steiermark nennt aus Sicht von Angehörigen beispielsweise fehlendes oder heimlich beschafftes Geld, Lügen über das Spielen, vernachlässigte Pflichten und Stimmungsschwankungen als mögliche Warnzeichen.
| Beobachtung | Warum sie auffallen kann |
|---|---|
| Geld fehlt plötzlich | Verluste oder neue Spieleinsätze können dahinterstehen. |
| Geld wird geliehen | Betroffene versuchen möglicherweise, weiteres Spielen oder entstandene Löcher zu finanzieren. |
| Ausgaben werden verheimlicht | Das tatsächliche Ausmaß des Spielens soll möglicherweise verborgen bleiben. |
| Es wird über Geld oder Spielzeiten gelogen | Heimlichkeit kann mit zunehmendem Kontrollverlust auftreten. |
| Verluste sollen unbedingt zurückgewonnen werden | Das sogenannte Hinterherjagen von Verlusten kann den Kreislauf weiter verstärken. |
| Pflichten werden vernachlässigt | Glücksspiel nimmt zunehmend Raum im Alltag ein. |
| Stimmung und Verhalten verändern sich | Reizbarkeit, Scham, Schuldgefühle oder Rückzug können auftreten. |
| Aufhörversuche scheitern wiederholt | Die Kontrolle über das Glücksspiel kann zunehmend verloren gehen. |
Wichtig: Diese Beobachtungen sind keine Checkliste zur Selbstdiagnose. Auch mehrere Warnzeichen bedeuten nicht automatisch, dass eine Glücksspielstörung vorliegt. Eine fachliche Diagnose gehört in professionelle Hände.
Gerade für Angehörige ist diese persönliche Perspektive interessant: Sie zeigt, warum das äußere Bild eines scheinbar funktionierenden Menschen nicht unbedingt erkennen lässt, wie groß das Problem bereits geworden ist.
Warum lügen Menschen mit Spielsucht über Geld und Spielen?
Lügen und Heimlichkeit sind keine eigenständigen Beweise für eine Glücksspielstörung. Bei fortschreitenden Problemen können sie jedoch Teil des Verhaltens werden. Das Gesundheitsportal beschreibt, dass Betroffene mit steigenden Verlusten beginnen können, ihr Glücksspiel zu verheimlichen und sich Geld zu leihen. In einer späteren Phase können sich Lügen häufen.
Dahinter können unterschiedliche Motive stehen: Scham, Angst vor Konsequenzen, der Wunsch weiterzuspielen oder die Überzeugung, den entstandenen finanziellen Schaden mit einem zukünftigen Gewinn doch noch ausgleichen zu können.
Für Partnerinnen und Partner ist wichtig, dieses Verhalten nicht einfach zu ignorieren. Gleichzeitig hilft es meist wenig, ausschließlich über Moral oder Willenskraft zu argumentieren. Eine Glücksspielstörung ist eine anerkannte psychische Erkrankung und kann professionelle Unterstützung erforderlich machen.
Warum fehlt bei Spielsucht häufig plötzlich Geld?
Finanzielle Probleme gehören zu den gravierendsten möglichen Folgen einer Glücksspielstörung. Einsätze können steigen, Verluste häufen sich und Betroffene können versuchen, weiteres Geld aufzutreiben.
Für Angehörige sind beispielsweise folgende Veränderungen Anlass, genauer hinzusehen:
- unerklärliche Bargeldbehebungen,
- häufige Überweisungen oder Kartenzahlungen,
- neue Kredite oder Ratenzahlungen,
- Geldleihen innerhalb der Familie,
- überzogene Konten,
- ungeöffnete Rechnungen oder Mahnungen,
- fehlende Rücklagen oder Ersparnisse.
Eine einzelne ungewöhnliche Ausgabe beweist selbstverständlich keine Spielsucht. Mehrere ungeklärte finanzielle Veränderungen zusammen mit Heimlichkeit und intensivem Glücksspiel sollten jedoch ernst genommen werden.
Warum versuchen Betroffene verlorenes Geld zurückzugewinnen?
Ein besonders problematisches Muster besteht darin, nach Verlusten weiterzuspielen, um das verlorene Geld wieder hereinzuholen. Dadurch können weitere Verluste entstehen, die wiederum den Druck erhöhen, noch einmal zu spielen.
- Das österreichische Gesundheitsportal beschreibt bei fortschreitender Glücksspielsucht ebenfalls die Überzeugung, entstandene Verluste wieder zurückgewinnen zu können.
- Für Angehörige kann dieses Denken schwer nachvollziehbar sein. Aussagen wie „Nur noch einmal, dann ist das Geld wieder da“ sollten deshalb nicht automatisch als realistischer Finanzplan verstanden werden.
Mein Partner ist spielsüchtig – wie spreche ich das Problem an?
Ein Gespräch sollte möglichst nicht mitten in einem Streit oder unmittelbar nach einem verlorenen Spiel stattfinden. Sinnvoller ist ein ruhiger Zeitpunkt.
Hilfreich kann sein, konkrete Beobachtungen anzusprechen, statt sofort eine Diagnose auszusprechen. Zum Beispiel: „Mir ist aufgefallen, dass in letzter Zeit mehrfach Geld vom Konto fehlt und du mir unterschiedliche Erklärungen dafür gegeben hast. Ich mache mir Sorgen.“
Die Fachstelle für Glücksspielsucht empfiehlt Angehörigen, das Problem behutsam, aber klar anzusprechen, eigene Grenzen zu setzen und sich bei Bedarf selbst Unterstützung zu holen.
Was tun, wenn mein Partner die Spielsucht abstreitet?
Sie können einen anderen Menschen nicht zu Einsicht zwingen. Sie können aber festlegen, welche Konsequenzen Sie für Ihre eigene Sicherheit und Ihre Finanzen ziehen.
Vermeiden Sie endlose Diskussionen darüber, ob Ihr Partner „wirklich süchtig“ ist. Entscheidend ist zunächst, welche konkreten Auswirkungen das Verhalten bereits hat.
Sie können beispielsweise klar ansprechen:
- welche finanziellen Veränderungen Sie festgestellt haben,
- welche Lügen oder Widersprüche Sie belasten,
- welche Konsequenzen das Verhalten für Ihre Beziehung hat,
- welche Grenzen Sie künftig einhalten werden,
- welche Beratungsangebote Sie gemeinsam oder auch alleine nutzen möchten.
Auch Angehörige dürfen sich an eine Suchtberatungsstelle wenden, selbst wenn die betroffene Person noch keine Hilfe annehmen möchte.
Sollte ich meinem spielsüchtigen Partner Geld leihen?
Es ist verständlich, dass Angehörige akute finanzielle Probleme lösen möchten. Einfach neues Geld bereitzustellen kann jedoch problematisch sein, wenn dadurch weiteres Spielen ermöglicht oder die Konsequenzen immer wieder aufgefangen werden.
- Bei größeren Schulden sollte deshalb nicht improvisiert werden. Suchtberatung und staatlich anerkannte Schuldenberatung können gemeinsam dabei helfen, gesundheitliche und finanzielle Probleme strukturiert anzugehen.
- Für Angehörige kann es außerdem sinnvoll sein, finanzielle Entscheidungen nicht unter Zeitdruck zu treffen. Bürgschaften, gemeinsame Kredite oder andere rechtliche Verpflichtungen sollten keinesfalls leichtfertig unterschrieben werden.
Muss ich für die Spielschulden meines Partners haften?
In Österreich gilt bei Ehepaaren und eingetragenen Partnerschaften grundsätzlich Gütertrennung. Jede Person haftet daher grundsätzlich für die eigenen Schulden. Bei Lebensgemeinschaften gilt ebenfalls nicht automatisch eine allgemeine Haftung für sämtliche Schulden des Partners.
Es gibt jedoch wichtige Ausnahmen: Wer beispielsweise selbst einen Kredit mitunterzeichnet, eine Bürgschaft übernimmt oder Mitinhaber eines überzogenen Gemeinschaftskontos ist, kann eigene Verpflichtungen gegenüber Gläubigern haben.
- Bei größeren Summen sollte daher konkret geprüft werden, welche Verträge unterschrieben wurden. Eine individuelle Rechts- oder Schuldenberatung ist wesentlich zuverlässiger als pauschale Aussagen im Internet.
Wie kann ich meine eigenen Finanzen schützen?
Wenn erhebliche Geldprobleme oder Heimlichkeit bestehen, sollte der Schutz der eigenen wirtschaftlichen Existenz nicht aufgeschoben werden.
Je nach Situation können folgende Schritte sinnvoll sein:
- einen vollständigen Überblick über gemeinsame Konten und Verpflichtungen herstellen,
- Kontoauszüge und Kreditverträge kontrollieren,
- keine neuen Bürgschaften oder Kredite vorschnell unterschreiben,
- eigene Zugangsdaten und Bankkarten schützen,
- größere Schulden professionell prüfen lassen,
- bei Bedarf eine staatlich anerkannte Schuldenberatung kontaktieren.
Gerade bei Gemeinschaftskonten, gemeinsamen Krediten oder Bürgschaften können rechtliche Verpflichtungen bestehen. Deshalb sollten Betroffene ihre konkrete Vertragslage prüfen lassen.
Was tun, wenn mein Partner keine Hilfe möchte?
Die Entscheidung für eine Behandlung muss letztlich von der betroffenen Person selbst kommen. Das bedeutet aber nicht, dass Angehörige untätig bleiben müssen.
- Sie können selbst eine Beratungsstelle aufsuchen, finanzielle Grenzen setzen und Unterstützung für die eigene psychische Belastung in Anspruch nehmen. Beratungsstellen für Glücksspielsucht richten sich ausdrücklich auch an Angehörige.
- Wichtig ist außerdem, Verantwortung nicht vollständig zu übernehmen. Sie können unterstützen – aber Sie können die Glücksspielstörung eines anderen Menschen nicht alleine behandeln.
Online-Glücksspiel und Sportwetten: Warum das Thema aktuell besonders relevant ist
Online-Angebote sind jederzeit und nahezu überall erreichbar. Eine 2026 veröffentlichte österreichische Untersuchung mit 3.658 Teilnehmerinnen und Teilnehmern zeigte, dass Online-Glücksspiel unter Personen mit höherem Risiko für eine Glücksspielstörung häufiger vorkam. Unter den Glücksspielenden war die Nutzung von Online-Angeboten zudem in der jüngsten untersuchten Altersgruppe besonders verbreitet.
Die Daten müssen allerdings sorgfältig interpretiert werden: Die Erhebung fand bereits zwischen September 2020 und April 2021 statt. Die in der Studie genannten 4,5 Prozent beziehen sich auf die Einstufung der Gesamtstichprobe als „High Risk“ anhand eines adaptierten DSM-5-Screenings – nicht auf 4,5 Prozent klinisch diagnostizierte Spielsüchtige in Österreich.
Und was ist mit riskantem Trading?
Michael Gruningers persönliche Geschichte ist eng mit hochriskantem Trading verbunden. Daraus darf jedoch nicht abgeleitet werden, dass Börsenhandel generell Glücksspiel oder jede intensive Beschäftigung mit Trading automatisch eine Glücksspielstörung ist.
Problematisch können Verhaltensmuster werden, wenn Kontrollverlust, immer höhere Risiken, starke gedankliche Vereinnahmung, Heimlichkeit und schwere finanzielle oder soziale Folgen auftreten. Welche psychische Problematik tatsächlich vorliegt, muss individuell fachlich beurteilt werden.
Wie wird eine Glücksspielstörung behandelt?
Eine Glücksspielstörung ist behandelbar. Nach Angaben des österreichischen Gesundheitsportals kommen insbesondere Psychoedukation und Psychotherapie infrage. Je nach individueller Situation können zusätzlich ärztliche Behandlung, Medikamente, sozialarbeiterische Unterstützung oder eine stationäre Therapie notwendig sein.
Begleiterkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder andere Suchterkrankungen sollten ebenfalls berücksichtigt werden.
Als erste Anlaufstelle können beispielsweise dienen:
- eine spezialisierte Suchtberatungsstelle,
- die Hausärztin oder der Hausarzt,
- eine Fachärztin oder ein Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin,
- eine Psychotherapeutin oder ein Psychotherapeut,
- eine klinische Psychologin oder ein klinischer Psychologe.
Psychotherapie, e-card und Kosten in Österreich
Psychotherapeutische und klinisch-psychologische Leistungen können in Österreich je nach Anbieter und Sozialversicherung vollständig übernommen, als Kassenleistung angeboten oder bezuschusst werden.
Bei der ÖGK werden bei Vertragspartnern die Kosten für Psychotherapie übernommen, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. Bei freiberuflichen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten kann unter bestimmten Voraussetzungen ein Kostenzuschuss möglich sein. Vor der zweiten psychotherapeutischen Sitzung ist laut ÖGK eine ärztliche Untersuchung vorgesehen.
Wer rasch Orientierung braucht, kann auch zunächst die Hausärztin beziehungsweise den Hausarzt oder eine spezialisierte Suchtberatungsstelle kontaktieren. Ob eine Kassen-, Wahl- oder Privatleistung vorliegt und welche Kosten tatsächlich entstehen, sollte unmittelbar bei der jeweiligen Stelle beziehungsweise dem eigenen Sozialversicherungsträger geklärt werden.
Wo gibt es Hilfe bei Spielsucht in Österreich?
In allen österreichischen Bundesländern gibt es Beratungs- und Behandlungsmöglichkeiten. Das Bundesministerium für Finanzen führt eine bundesweite Übersicht nach Bundesland.
In der Steiermark gehören beispielsweise b.a.s., die Fachstelle für Glücksspielsucht Steiermark, das Zentrum für Suchtmedizin sowie weitere regionale Angebote zum Hilfenetz. In Graz gibt es darüber hinaus eine Existenzsicherungsberatung für Glücksspielerinnen, Glücksspieler und Angehörige im Umfeld der staatlich anerkannten Schuldenberatung.
Wichtig: Angehörige müssen nicht darauf warten, dass die betroffene Person selbst einen Termin vereinbart. Viele Beratungsangebote unterstützen ausdrücklich auch Partnerinnen, Partner und Familienmitglieder.
Wann sollte man professionelle oder ärztliche Hilfe suchen?
Professionelle Unterstützung ist besonders sinnvoll, wenn Glücksspiel nicht mehr zuverlässig kontrolliert werden kann oder bereits deutliche finanzielle, berufliche, psychische oder familiäre Folgen entstanden sind.
Auch wiederholte erfolglose Aufhörversuche, starke Verzweiflung, erhebliche Schulden oder zusätzliche psychische Beschwerden sollten ernst genommen werden.
Bei akuter Selbst- oder Fremdgefährdung handelt es sich um einen Notfall. Bei akuten Suizidgedanken oder Sorge um die unmittelbare Sicherheit sollte in Österreich sofort professionelle Hilfe geholt werden. Die Rettung ist unter 144 erreichbar, die TelefonSeelsorge rund um die Uhr unter 142. Bei akuter Gefährdung kann auch die Polizei unter 133 verständigt werden.
Häufige Fragen zu Spielsucht beim Partner
Wie merkt man, dass der Partner spielsüchtig ist?
Mögliche Warnzeichen sind zunehmende Heimlichkeit, unerklärliche Geldprobleme, Geldleihen, häufigeres Glücksspiel, vernachlässigte Pflichten, Lügen über das Spielen oder wiederholt erfolglose Versuche aufzuhören. Einzelne Beobachtungen reichen jedoch nicht für eine Diagnose.
Warum lügen Spielsüchtige ihre Partner an?
Scham, Angst vor Konsequenzen, der Wunsch weiterzuspielen und die Hoffnung, Verluste wieder auszugleichen, können eine Rolle spielen. Verheimlichung und Lügen können im Verlauf einer Glücksspielstörung zunehmen.
Was soll ich tun, wenn mein Partner spielsüchtig ist?
Sprechen Sie konkrete Beobachtungen ruhig an, setzen Sie eigene Grenzen und holen Sie sich professionelle Unterstützung. Auch Angehörige können eine Suchtberatungsstelle unabhängig vom Partner kontaktieren.
Soll ich die Spielschulden meines Partners bezahlen?
Eine pauschale Empfehlung gibt es nicht. Einfach immer wieder finanzielle Folgen auszugleichen kann problematisch sein. Bei größeren Schulden sollte eine professionelle Sucht- und Schuldenberatung einbezogen werden.
Hafte ich in Österreich für die Schulden meines Ehepartners?
Grundsätzlich haftet jede Person für ihre eigenen Schulden. Eine eigene Haftung kann jedoch beispielsweise durch gemeinsam unterschriebene Kredite, Bürgschaften oder Gemeinschaftskonten entstehen.
Was tun, wenn mein Partner die Spielsucht nicht zugibt?
Konzentrieren Sie sich auf beobachtbares Verhalten und dessen Folgen, statt um eine Diagnose zu streiten. Sie können eigene finanzielle Grenzen setzen und selbst Beratung in Anspruch nehmen.
Kann man Spielsucht ohne Therapie überwinden?
Verläufe unterscheiden sich. Bei einer Glücksspielstörung ist professionelle Hilfe jedoch sinnvoll und ein früher Behandlungsbeginn vorteilhaft. Wiederholt gescheiterte Aufhörversuche sollten nicht als bloße Willensschwäche abgetan werden.
Kann Online-Casino besonders problematisch sein?
Online-Glücksspiel ist ständig verfügbar und ermöglicht schnelle, private Spielabläufe. Aktuelle österreichische Forschung zeigt einen Zusammenhang zwischen höherem Risiko für Glücksspielstörung und häufigerer Nutzung von Online-Glücksspiel.
Sind Sportwetten auch ein Suchtrisiko?
Auch Sportwetten können problematisches oder abhängiges Verhalten entwickeln. Entscheidend sind nicht nur Art und Häufigkeit des Spielens, sondern insbesondere Kontrollverlust und negative Folgen.
Wo können Angehörige in Österreich Hilfe bekommen?
Spezialisierte Suchtberatungsstellen beraten häufig sowohl Betroffene als auch Angehörige. Das Bundesministerium für Finanzen führt Hilfsangebote für alle österreichischen Bundesländer auf.
Fazit: Nicht erst handeln, wenn die Schulden unübersehbar werden
Spielsucht kann lange verborgen bleiben. Gerade Partnerinnen und Partner bemerken möglicherweise zunächst nur einzelne Veränderungen: Geld fehlt, Erklärungen werden widersprüchlich, das Spielen wird verheimlicht oder die Hoffnung auf den nächsten großen Gewinn bestimmt zunehmend den Alltag.
Solche Warnzeichen sollten ernst genommen werden, ohne vorschnell eine Diagnose zu stellen. Besonders wichtig ist es, nicht nur die betroffene Person im Blick zu behalten. Auch Angehörige dürfen ihre psychische und finanzielle Sicherheit schützen, Grenzen setzen und professionelle Beratung nutzen.
Persönliche Erfahrungsberichte wie Michael Gruningers „Mission Spielfrei“ können helfen zu verstehen, wie sich Kontrollverlust von innen entwickeln kann. Der entscheidende Schritt bei einem ernsthaften Problem bleibt jedoch professionelle Hilfe.
Quellen und weiterführende Informationen
Für diesen Beitrag wurden vorrangig offizielle österreichische Gesundheits-, Sozialversicherungs-, Behörden- und Beratungsquellen sowie aktuelle wissenschaftliche Forschung verwendet. Persönliche Erfahrungsberichte und Informationen zum vorgestellten Buch sind davon getrennt zu betrachten und dienen nicht als medizinischer Nachweis.
- Österreichisches Gesundheitsportal – Glücksspielsucht: Das öffentliche Gesundheitsportal Österreichs bildet die zentrale medizinische Grundlage dieses Beitrags. Die Seite erläutert, was unter Glücksspielsucht beziehungsweise pathologischem Glücksspiel verstanden wird, beschreibt mögliche Ursachen und den typischen Verlauf und geht unter anderem auf zunehmende finanzielle Verluste, das Verheimlichen des Spielverhaltens, Geldleihen, familiäre Konflikte, Lügen sowie den Versuch ein, Verluste wieder zurückzugewinnen. Zusätzlich informiert das Gesundheitsportal über Diagnostik, Psychotherapie, weitere Behandlungsmöglichkeiten, Hilfen für Angehörige und die Kostenübernahme durch die Sozialversicherung. Glücksspielsucht: Symptome, Verlauf, Behandlung und Hilfe im österreichischen Gesundheitsportal.
- Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz – Spielsucht: Die Information des Gesundheitsministeriums dient insbesondere der fachlichen Einordnung des Begriffs „Spielsucht“. Sie macht deutlich, dass sowohl problematisches Glücksspiel als auch exzessives Computerspielen mit Kontrollverlust und erheblichen gesundheitlichen, familiären, beruflichen und finanziellen Folgen verbunden sein können, zugleich aber unterschiedliche Phänomene darstellen. Für diesen Artikel ist vor allem die Abgrenzung zwischen Glücksspielstörung und Gaming beziehungsweise Computerspielsucht relevant. Informationen des österreichischen Gesundheitsministeriums zu Spielsucht und Verhaltenssüchten.
- Fachstelle für Glücksspielsucht Steiermark – Informationen für Angehörige: Diese Fachquelle ist besonders für die praktische Perspektive von Partnerinnen, Partnern und Familienangehörigen wichtig. Die Fachstelle empfiehlt unter anderem, ein Glücksspielproblem nicht zu verharmlosen, die eigene finanzielle Situation zu klären, keinen unkontrollierten Zugriff auf das eigene Geld zu ermöglichen und persönliche Grenzen klar zu kommunizieren. Ebenso wird davor gewarnt, Betroffene dauerhaft vor den Folgen ihres Handelns zu schützen oder selbst die Verantwortung für deren Schulden und Probleme zu übernehmen. Was Angehörige bei Glücksspielsucht tun können – Fachstelle Glücksspielsucht Steiermark.
- Bundesministerium für Finanzen – Hilfsangebote bei Glücksspielsucht in Österreich: Das Finanzministerium stellt eine umfangreiche Übersicht über Beratungs-, Präventions- sowie ambulante und stationäre Hilfsangebote in allen österreichischen Bundesländern bereit. Für die Steiermark werden unter anderem Suchtberatungsstellen, das Zentrum für Suchtmedizin, Selbsthilfeangebote und eine spezielle Existenzsicherungsberatung für Glücksspielerinnen, Glücksspieler und Angehörige angeführt. Die Übersicht eignet sich insbesondere, um eine passende Anlaufstelle in der eigenen Region zu finden. Beratungs- und Behandlungsangebote bei Glücksspielsucht in den österreichischen Bundesländern.
- Gesundheit Österreich GmbH – Österreichischer Suchthilfekompass: Der von der Gesundheit Österreich GmbH im Auftrag und in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium entwickelte Suchthilfekompass unterstützt bei der Suche nach professionellen Beratungs- und Behandlungseinrichtungen. Neben Angeboten für substanzbezogene Suchterkrankungen werden auch Einrichtungen zu verhaltensbezogenen Süchten wie Glücksspiel und Gaming berücksichtigt. Der Suchthilfekompass nennt außerdem österreichweite telefonische Hilfsangebote, darunter die TelefonSeelsorge unter 142. Österreichischer Suchthilfekompass der Gesundheit Österreich GmbH.
- Österreichische Gesundheitskasse – Psychotherapie und Kostenübernahme: Die ÖGK informiert über die Voraussetzungen für Psychotherapie sowie über Vertrags- und Wahlmöglichkeiten. Erfolgt eine Psychotherapie bei einem Vertragspartner und sind die Voraussetzungen erfüllt, übernimmt die ÖGK die Kosten. Bei freiberuflich tätigen eingetragenen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten kann ein Kostenzuschuss möglich sein. Nach derzeitigem ÖGK-Stand ist vor der zweiten psychotherapeutischen Behandlung eine ärztliche Untersuchung erforderlich; ab der elften Sitzung ist eine Bewilligung vorgesehen. Psychotherapie bei der ÖGK: Voraussetzungen, Vertragspartner und Kostenzuschuss.
- oesterreich.gv.at – Haftung für fremde Schulden: Diese offizielle Rechtsinformation ist die Grundlage für die Aussagen zur Frage, ob Partnerinnen oder Partner für Spielschulden des jeweils anderen haften. Grundsätzlich haftet eine Person nur für selbst begründete Schulden. Eine eigene Haftung kann jedoch beispielsweise entstehen, wenn ein fremder Kredit mitunterzeichnet, eine Bürgschaft übernommen oder ein gemeinsames Konto überzogen wurde. Bei Gemeinschaftskonten können beide Kontoinhaber für eine Überziehung haften. Die konkrete Vertragslage sollte bei größeren finanziellen Problemen professionell geprüft werden. Haftung für Schulden des Partners: offizielle Informationen auf oesterreich.gv.at.
- Staatlich anerkannte Schuldenberatung Steiermark: Die Schuldenberatung Steiermark unterstützt kostenlos bei Schulden, Budgetproblemen und Fragen zur wirtschaftlichen Existenzsicherung. Sie analysiert gemeinsam mit Betroffenen die finanzielle Situation, zeigt mögliche Perspektiven auf und kann Klientinnen und Klienten auch im gerichtlichen Schuldenregulierungsverfahren begleiten. Besonders relevant für diesen Artikel ist das eigene Angebot einer Existenzsicherungsberatung für Glücksspielerinnen, Glücksspieler und Angehörige. Staatlich anerkannte Schuldenberatung Steiermark und Hilfe bei glücksspielbedingten Finanzproblemen.
- Rittmannsberger et al. – österreichische Studie zu Glücksspielverhalten und Risiko für Glücksspielstörung: Die am 1. September 2026 in der Fachzeitschrift neuropsychiatrie veröffentlichte Open-Access-Studie untersuchte Glücksspielverhalten in einer repräsentativen österreichischen Stichprobe von 3.658 Personen. Verwendet wurde eine adaptierte Erhebung auf Basis der neun DSM-5-Kriterien. In der Gesamtstichprobe wurden 4,5 Prozent anhand des verwendeten Instruments als Gruppe mit hohem Risiko eingestuft. Diese Zahl ist ausdrücklich nicht mit dem Anteil klinisch diagnostizierter Menschen mit Glücksspielstörung gleichzusetzen. Die Studie zeigt zudem eine stärkere Nutzung von Online-Glücksspiel bei Männern sowie eine besonders hohe Online-Nutzung in der jüngsten untersuchten Altersgruppe. Die zugrunde liegenden Befragungen wurden zwischen September 2020 und April 2021 durchgeführt. Aktuelle österreichische Studie zu Glücksspielverhalten und Risiko für Glücksspielstörung.
- BuchInsider – Interview mit Michael Gruninger: Das ausführliche Interview mit Michael Gruninger dient in diesem Beitrag ausschließlich als persönliche Erfahrungsquelle und nicht als medizinische Evidenz. Gruninger schildert darin unter anderem, wie er Geld aus seinem familiären Umfeld lieh, Erklärungen für dessen Verwendung erfand, nach außen lange eine funktionierende Fassade aufrechterhielt und trotz vorheriger Verluste heimlich weitermachte. Der Erfahrungsbericht veranschaulicht damit insbesondere die Themen Heimlichkeit, Vertrauensverlust, Geldbeschaffung und den Versuch, frühere Verluste wieder auszugleichen. Michael Gruninger im Interview über „Mission Spielfrei“, Kontrollverlust und seinen persönlichen Weg aus der Sucht.
- Mentoren-Media-Verlag – offizielle Buchinformationen zu „Mission Spielfrei“: Die Verlagsseite ist die Primärquelle für die aktuellen Angaben zum Buch von Michael Gruninger. Der Verlag beschreibt „Mission Spielfrei“ als aufklärendes Sachbuch mit autobiografischem Kern über Spielsucht, Trading-Sucht und Kontrollverlust und nennt Betroffene sowie Angehörige als wichtige Zielgruppen. Dort werden außerdem die ISBN 978-3-98641-332-3 sowie die aktuellen Veröffentlichungs- und Produktdaten geführt. Die Buchbeschreibung dient ausschließlich der Einordnung der Leseempfehlung und nicht zur Begründung medizinischer Aussagen im Ratgeber. Offizielle Verlagsinformationen zu „Mission Spielfrei“ von Michael Gruninger.
Redaktioneller Hinweis: Gesundheitsinformationen können eine individuelle Diagnose oder Behandlung nicht ersetzen. Bei einem konkreten Verdacht auf eine Glücksspielstörung oder bei erheblichen psychischen, familiären beziehungsweise finanziellen Folgen empfiehlt sich die direkte Kontaktaufnahme mit einer qualifizierten Suchtberatungsstelle, Psychotherapeutin beziehungsweise einem Psychotherapeuten, einer Ärztin beziehungsweise einem Arzt oder – bei Schulden – einer staatlich anerkannten Schuldenberatung.
Letzte Aktualisierung am 3.09.2026 um 18:50 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API